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INTERVIEW MIT CHRISTIAN GÖDEL

 

Donaubote: 35 Jahre gemeinnütziger Flohmarkt Vilshofen. Worauf gründet eine so lange Tradition?

Auf dem anhaltenden Erfolg dieser Großveranstaltung und dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung, die sich für den guten Zweck des Vilshofener Flohmarktes auch von manchen lieb gewordenen Dingen trennt und für ein riesiges Warenangebot sorgt. Zum anderen auf der Begeisterung, mit der rund 300 Helfer bei der Vorbereitung und Durchführung des Flohmarktes mitarbeiten. Und nicht zuletzt verdanken wir es den vielen tausend Besuchern, die sich dieses Ereignis jeweils am Samstag nach dem Volksfest nicht entgehen lassen und sogar von weit her zum Vilshofener Flohmarkt kommen.

Donaubote: Hat sich der Flohmarkt im Verlauf dieser 35 Jahre sehr verändert?

Ich selbst bin „erst“ seit etwa 15 Jahren aktiv an der Organisation beteiligt und leite den Flohmarkt heuer im vierten Jahr. Gegründet wurde er von „Flohmarkt-Vater“ Hans Gschwendtner, damals ebenfalls 2. Bürgermeister, der ihn mit einem treuen Mitarbeiterstab immer weiter ausgebaut hat. Zwangsläufig gab es Änderungen, allein schon durch die Ausweitung auf zwei Festzelte und die Beteiligung von BRK-Gemeinschaften über die Stadtgemeinde hinaus. Die wichtigsten Grundlagen aber sind geblieben, nämlich die ausschließlich ehrenamtliche Arbeit aller Mitwirkenden und die Verwendung des gesamten Erlöses für soziale Aufgaben und gemeinnützige Organisationen.

Donaubote: Die Erlöse aller Vilshofener Flohmärkte belaufen sich auf mittlerweile fast 600000 Euro. Ist nachvollziehbar, wohin diese Gelder geflossen sind?

Selbstverständlich. Die Übergabe der jeweiligen Schecks an die beteiligten Verbände und Hilfsorganisationen erfolgt öffentlich, unvermeidbare Unkosten – etwa für Entsorgung – sind natürlich belegt. Die Zuwendungen aus dem Flohmarkt sind übrigens wichtige Hilfen, um notwendige Anschaffungen tätigen zu können oder auch für die gemeinnützige Arbeit dieser Organisationen. Früher wurden aus Flohmarkt-Mitteln außerdem viele Projekte (mit-)finanziert, die heute unser Stadtbild prägen: Kapellen, Wegkreuze, Feuerwehrhäuser und sogar unser Pfarrzentrum, das mit dem gesamten Erlös eines Flohmarktes unterstützt wurde.

Donaubote: Läuft eine solche Großveranstaltung immer reibungslos oder gibt es auch mal Ärger?

Die Zusammenarbeit der veranstaltenden Vereine und Verbände ist sehr gut. Worüber sich die Helfer immer wieder mal ärgern müssen, sind sogenannte „Spenden“, die in den Müll gehören. Der Flohmarkt ist keine billige Entsorgungsstelle. Zum Glück ist solcher Missbrauch gemessen an dem Gesamtaufkommen aber gering.

Donaubote: Was erhoffen Sie sich für den diesjährigen 35. Vilshofener Flohmarkt?

Viele Spenden gut erhaltener und damit noch brauchbarer Waren aller Art, genügend engagierte Helfer – weitere Mitarbeiter sind immer willkommen –
und viele zufriedene Besucher, die für ein gutes Ergebnis sorgen. Wenn das alles stimmt, dann geht die Tradition des Vilshofener Flohmarktes noch lange weiter.

 

(Text: Donaubote, Maria Gschwendtner)